Filmen und Fotographieren: Flughäfen, Militäreinrichtungen und uniformierte Beamte dürfen nicht abgelichtet werden! Bei Nahaufnahmen, immer die betroffenen Personnen um Erlaubnis bitten (bzw. kaufen).
Umgangsformen: In den Gebieten, die einst der Verwaltung von Frankreich unterstanden, begrüßt man Menschen, die man zum ersten Mal trifft, mit einem kurzen Händedruck. Familienmitglieder oder sehr gute Freunde begrüßen sich stattdessen mit einem angedeuteten beidseitigen Wangenkuss. In den ehemals britischen Provinzen ist der feste Händedruck die am weitesten verbreitete Form der Begrüßung. Umarmungen sind nur unter Familienangehörigen oder guten Freunden üblich. In einigen Gegenden begrüßen sich befreundete Männer, indem sie mit den Zeigefingern schnippen, während sie die Hand nach einem Händedruck wegziehen. In ganz Kamerun ist es üblich, älteren oder besonders angesehenen Menschen seinen Respekt zu bezeugen, indem man beim Händedruck mit der linken Hand den rechten Arm berührt oder den Kopf wie bei einer kurzen Verbeugung etwas nach vorne neigt. Besondere Ehrerbietung gegenüber Personen mit großer Autorität beweisen Männer, wenn sie sich ab der Hüfte verbeugen. Frauen führen einen Knicks aus oder sogar einen Kniefall, der aber nur im Norden verbreitet ist. Der direkte Augenkontakt zu einer Respektsperson gilt als unhöflich, aber man dreht einander auch niemals den Rücken zu. Die Begrüßung mit den Worten How na? (Pidgin-Englisch für das ursprüngliche How are you?) in den ehemals britischen Provinzen ist bei zwanglosen Begegnungen üblich. Der Gruß mit Good morning (Bonjour in französischsprachigen Gebieten) und Good afternoon (Bonsoir) ist förmlicher. Dem Gruß folgt in der Regel die Frage nach dem Wohlergehen der Familie. Besuche mit sozialem Anlass finden häufig in einer entspannten und lockeren Atmosphäre statt. Nur in konservativen Familien spielen Geschlecht und sozialer Status der Anwesenden eine zentrale Rolle. In solchen Haushalten zeigen sich die Frauen und Kinder nur selten und werden dann in der Regel auch nicht unbedingt vorgestellt. Vor allem nach dem Freitagsgebet in der Moschee oder nach dem Sonntagsgottesdienst in der Kirche statten sich die Kameruner bevorzugt Besuche ab. Im Allgemeinen finden diese spontan und unangemeldet statt. Von Fremden wird jedoch die Anmeldung vor einem Besuch erwartet. Freunde und gute Bekannte bedanken sich durch Mitbringsel wie Speisen oder Getränke für eine Einladung. Geschenke, die für die Kinder der Familie bestimmt sind, werden von den Eltern angenommen und überreicht. Gäste, die ihre jeweiligen Gastgeber nicht ausreichend gut kennen, sollten als Dank für die Einladung keinesfalls Speisen mitbringen, sondern auf andere Arten von Geschenken zurückgreifen, denn unter Umständen missverstehen die Gastgeber die eigentlich gut gemeinte Geste und glauben, man stelle ihre Fähigkeit, Gäste angemessen zu bewirten, in Frage. Bei muslimischen Familien zieht man vor dem Betreten der Wohnräume die Schuhe aus. Für ausländische und kamerunische Regierungsvertreter oder -beamte gilt diese Regel jedoch nicht. Bei privaten Besuchen werden im Allgemeinen keine geschäftlichen Angelegenheiten diskutiert.